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Zeitungsartikel
Mannheimer Morgen 2009 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jürgen   
Freitag, den 11. Juni 2010 um 16:35 Uhr

Eine Wette brachte ihn

 

zum Schreiben

 

Von unserem Mitarbeiter Achim Wirths

Jürgen Rupprecht wettete während eines Schachturniers mit drei Gegnern, dass er bis zu seinem 32. Geburtstag einen Roman geschrieben haben soll. Dies war der ursächliche Grund und Auslöser, dass ein weiterer Krimi auf den Buchmarkt kam. Nun erschienen in den letzten paar Jahren mehr Bücher als je zuvor. Was ist nun das Besondere an diesem? Ganz einfach: Der inzwischen 33jährige Autor verbrachte seine Kindheitstage in Edingen und wohnt seitdem in Neckarhausen. Für eine Lokalredaktion Grund genug, den Autor zu besuchen und auch mal den Krimi in Augenschein zu nehmen.

Lieblingsautor ist Steven King

Neben Schach nennt Rupprecht noch Pit-Pat (Hindernis-Billard) und Wandern als Hobbys. Letzteres gab dann auch den Ausschlag, den Ort der Handlung festzulegen: das Neustadter Tal vor dem knapp 100 Kilometer von seiner Heimat entfernten Frankenstein in der Pfalz. „Das ist mein Lieblingswandergebiet, und das Foto auf der Umschlagseite habe ich auch dort geschossen.“ Dort also wuchs die Idee zur Urfassung. Dass ein Kriminalroman daraus wurde, bezeichnete er als aus der Not heraus geboren. Steven King ist nach wie vor sein Lieblingsautor, und da war der erste Gedanke, einen Horror-Thriller zu schreiben, naheliegend. Doch alles, was er probierte, erschien ihm nicht spannend, nicht realistisch genug. Zu gezwungen. Dann sollte es ein historischer Krimi werden. Doch dafür waren dem Wachmann, der im Schichtdienst arbeitet, die Recherchen zu aufwendig. Es fehle ihm an ausreichendem Hintergrundwissen, und der Lächerlichkeit wollte er sich nicht preisgeben. So wurde es eben ein Pfälzer Krimi: „Die Leiche im Sumpf“.


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Daten zum Buch

Titel: „Die Leiche im Sumpf“

Verlag: Books on Demand

ISBN: 978-3-8370-9407-7

Preis: 8,90 Euro

Verkaufsstellen: Buchhandlung „Bücherwurm“ in Edingen und im „Seckenheimer Bücherladen“ ths


Eines vorweg: Rupprecht gewann die Wette. Damit war für ihn erst einmal alles vorbei, bis er sein Werk einer guten Handvoll Leuten zu lesen gab. Diese überredeten ihn schließlich, den Roman zu veröffentlichen. Viel Zeit verlor er, über ein Jahr, bis er den Versuch der Selbstkorrektur aufgab und eine professionelle Lektorin hinzuzog. „Den Stil hat sie kaum verändert, aber das Ganze wurde flüssiger, runder.“ Der Autor ging mit einem hohen dreistelligen Betrag in Vorlage und müsste 500 Exemplare verkaufen, um auf Null zu kommen. 130 Bücher sind bisher verkauft, und

Im Hauptberuf Wachmann, im Nebenberuf Schriftsteller: Einen Kriminalroman hat Jürgen Rupprecht bereits veröffentlicht, momentan arbeitet er an der Fortsetzung. BILD: THS

Rupprecht hat viel zu viel Freude am Schreiben entdeckt, als dass der kommerzielle Erfolg das einzige Kriterium für ihn darstellt. Er arbeitet bereits an einer Fortsetzung, deren Erscheinen fürs Frühjahr geplant ist.

Diese soll nach den selben Prämissen aufgebaut sein wie sein Erstlingswerk: Es soll in der Pfalz spielen, der Plot soll in sich logisch sein, die Protagonisten irreal, der Roman lustig, und übermäßige Brutalität soll vermieden werden. Rupprechts Hauptpersonen sind zwei Polizisten, die uneingeschränkte Deckung durch ihren Vorgesetzten erfahren.

Sie erinnern ein wenig an die TatortCharaktere von Schimanski und Tanner. Irreal sind sie allemal, weil sie in der wirklichen Welt nach einem Disziplinarverfahren entweder arbeitslos wären oder bis zum Pensionseintritt an ihren Berichten schreiben würden. Die Story ist in sich schlüssig, auf den Epilog würde der Autor mittlerweile selbst verzichtet haben wollen. Und „übertriebene Brutalität“ muss jeder für sich selbst definieren. Wer in einem Land, das im Gegensatz zu Kinderzimmern gesetzlich Mindest-Quadratmeter für Zwinger vorschreibt, Hunde erschießt, und sei es nur fik-

tiv, bewegt sich zumindest auf dünnem Eis. Die elf Kapitel mit Pro- und Epilog lassen sich mühelos lesen. Wer den Roman als Bettlektüre plant, sollte am nächsten Morgen ausschlafen können, denn er ist nur schwer aus der Hand zu legen. Für das Werk eines Erstautors ist es auch ein wenig erstaunlich, wie geschickt er mit einem Zeitsprung über 20 Jahre in die Handlung einführt. Freunde des Genres sollten dieses Resultat einer Wette gelesen haben, viel besser haben die Größen dieses Fachs sicherlich auch nicht angefangen.

Bericht/Foto: Achim Wirths

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 13. Juni 2010 um 11:09 Uhr
 
Neckarblick 2009 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jürgen   
Freitag, den 11. Juni 2010 um 16:30 Uhr

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Bericht/Foto: Thomas Schippl